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Meine Romanküsse zum Valentinstag

Valentinstag ist wohl eine der besten Gelegenheiten, mal ein paar Küsse zu verteilen, oder?
Hier schicke ich euch also fünf Romanküsse aus meinen Büchern – voller Sehnsucht, Leidenschaft und Amore.
Der letzte Kuss in der Sammlung ist sogar ein heimlicher, weil (noch) unveröffentlicht. Viel Freude damit und lasst es euch heute gut gehen, denn ihr wisst ja: Love is all around

Meine Romanküsse – Nr 1: Gioia küsst Leo in „Die sardische Hochzeit“ (Droemer 2021)

»Ein letzter Tanz?«
Ihre Körper waren erhitzt und erschöpft, und Gioia konnte nur noch hin und her tappen wie ein müder Tanzbär. Doch er hielt sie fest, hielt sie und strich mit seinen Händen über ihre Arme. Und sie lehnte sich an ihn, legte ihren Kopf an seine Brust und erspürte den Takt seines Atems.

I left my love in Avalon, and I sailed away …

Er schob seine Hände unter ihr Kinn, hielt ihren Kopf umfangen und strich über ihre Wangen, ihre Stirn, ihren Mund. Als wolle er sich alles genau einprägen. Und die ganze Zeit waren da seine Augen, folgten den Liebkosungen seiner Finger und blickten so traurig, dass ihr fast die Tränen kamen. Und auch sein Mund war da, seine Lippen, die feinen Linien um seine Mundwinkel. Gioia atmete ein und erlebte zum ersten Mal etwas, was ihr in den neunzehn Jahren ihres Lebens noch nie, auch nicht mit ihrem Verlobten, jemals passiert war. Madre meu, sie musste diese Lippen einfach küssen!

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Meine Romanküsse – Nr 2: Davide küsst Marina in „Marina, Marina“ (Droemer 2019)


Passato. Aus und vorbei.

Als sie den Tordurchgang erreichte, krümmte sie sich fast  unter dem Gewicht all der verpassten Gelegenheiten in ihrem Leben. Sie strich sich über die Stirn, teils als Schutz gegen die gleißende Sonne dort draußen, teils um die Tränen zu kaschieren, die ihr in die Augen stiegen.
Genau in diesem Moment griff er zu. Marina spürte eine Hand an ihrem Arm, wurde in eine Nische des Durchgangs gezerrt und fand sich, an die Wand gepresst, im Halbdunkel wieder, raues Mauerwerk im Rücken und den Atem eines Mannes im Gesicht.
„Ich soll’s vergessen, ja?“
Davides Stimme war nur ein Flüstern, seine Augen fast schwarz im Dämmerlicht. Und dort in der Nische, noch bevor Marina antworten oder überhaupt etwas denken konnte – da küsste er sie. Er küsste sie, und endlich war da sein Mund, endlich waren da seine Lippen, seine Zunge. Er hielt sie fest, seine Hand in ihrem Nacken und kostete von ihr, voller Genuss und ganz langsam. Doch unter ihren Fingern, die sich in seine Hemdbrust krallten, fühlte sie seinen rasenden Puls. Das Blei in ihr schmolz, und tief aus ihrem Innern brach ein ersticktes Schluchzen. Endlich.

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Meine Romanküsse – Nr 3:
Reni lässt sich von Gianni küssen, ebenfalls  in „Marina, Marina“ (Droemer 2019)

Auf einmal erschien ihr alles, was sie sich erträumt hatte, zum Greifen nah: der Strand, die Sonne, der Mann. Es fehlte nur noch der Kuss. Sie drehte sich zu Gianni und lächelte ihn an. Sie ahnte, mehr würde nicht nötig sein. Mehr war auch nicht nötig.
Reni.
Sein Gesicht so dicht vor ihr. Nur noch ein kleines Stück. Sie sog seinen warmen Atem in die Lunge, sah ihm nicht mehr in die Augen, sondern konzentrierte sich auf seinen Mund. Dann öffnete sie leicht ihre Lippen.
„Ja?“
Sie würde sich jeden Moment merken, jede Sekunde und jeden Millimeter. Denn jetzt gehörte er ihr doch, dieser Sommer.

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Meine Romanküsse – Nr 4: Nelli küsst Adriano in „Ein Geschenk für Marina„(Erzählung, Droemer 2019)

Nelli schob noch ein »Ciao« hinterher, dann entzog sie ihm ihre Hand und drehte sich weg. Eilte los, durch den Regen, das rote Täschchen fest umschlossen, und vom Zug kam der erste Pfiff.
Da geht sie hin. Und was hab ich denn auch erwartet, sie ist meine gottverdammte Cousine. Adriano seufzte und wollte sich schon zu Beppe umdrehen, da stoppte Nelli ab und machte kehrt. Sie machte kehrt und lief zurück!
Und noch während der Pfiff über den Bahnsteig gellte und die Fahrgäste anwies, jetzt einzusteigen, denn die Reise gehe weiter, immer weiter, nichts könne den Lauf der Dinge anhalten oder gar ändern, Züge müssten fahren, Feinde müssten Feinde bleiben, Verwandte dürften sich nicht ineinander verlieben. Während also dieser Pfiff sie alle daran erinnerte, dass man sich an die Regeln zu halten habe, währenddessen rannte Nelli zu Adriano zurück.
Und küsste ihn.
Und küsste ihn gleich noch einmal, ehe sie mit einem Juchzer zurück zum Zug eilte und dort noch die allerletzte offene Waggontür erwischte.
»Cazzo, was ein verrücktes Huhn!«

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Meine Romanküsse – Nr 5: John küsst Maria in meinem neuen Italienroman (Droemer, erscheint Frühjahr 2022)

»Darf ich …?« Er reichte Maria eine Porträtskizze, die er wohl während Herzbergs Vortrag von ihr angefertigt hatte. »Für Dich.«
Eine Kohlezeichnung ihres Gesichts, die Schultern und Blusenärmel nur angedeutet. Maria hielt das Blatt in zitternden Händen. So wie auf diesem Bild hatte sie sich noch nie gesehen. Etwas lag in seiner Art der Betrachtung, das ihr Herz schneller schlagen ließ. Doch was? Als Maria aufsah, begegnete sie Johns Blick.
Eine Sekunde nur, und sie erkannte es.
Sie bedankte sich mit leisen Worten. Doch die Hänge der Berge ringsum erbebten unter ihrem inneren Jubel. Und als John sie mit scheuen Lippen küsste, da begannen die Sterne über ihren Köpfen zu taumeln und zu tanzen und der nachtblaue Himmel spannte sich zwischen den Gipfeln ganz weit und klar. So muss es wohl sein, dachte Maria. So fühlt es sich an. Und dann dachte sie für längere Zeit gar nichts mehr.

(Mehr zum Buch zu gegebener Zeit) 


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